Tierversuche wenig transparent

Mäuse werden häufig in Tierversuchen genutzt
pixabay.com

Projektzusammenfassungen von Tierversuchen sind allgemein zugänglich. In den Berichten werden jedoch die Auswirkungen der Tests auf die Tiere verharmlost.

Wenn in Deutschland ein Tierversuchsvorhaben genehmigt wird, muss die dazugehörige so genannte „nicht-technische Projektzusammenfassung“ (NTP) der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat dafür die Datenbank zu Tierversuchsvorhaben in Deutschland, AnimalTestInfo, eingerichtet. Wie eine Studie des Deutschen Tierschutzbundes ergeben hat, kann bei diesem Vorgehen von Transparenz jedoch keine Rede sein. Der Verband bezeichnet die Studie als ernüchternd. Die Mehrheit der für die Studie ausgewerteten Stichproben der eingereichten NTP‘s  hätte gezeigt, dass die Eingriffe am Tier entweder gar nicht oder nicht ausführlich genug beschrieben wurden. Zudem seien die  geprüften NTP‘s häufig mit wissenschaftlichen Fachausdrücken gespickt und daher für Laien völlig unverständlich.

Tierleid wird verharmlost
Der Deutsche Tierschutzbund bemängelt ebenfalls das Verharmlosen der Versuche. In Bezug auf die Schmerzen, Leiden und Schäden, die den Tieren zugefügt werden, würden die Antragsteller regelmäßig untertreiben. Häufig sei nicht ausgeführt worden, welche Maßnahmen zur Verringerung der Anzahl der Tiere oder zur Verminderung des Leids für die Tiere unternommen wurden. Oft hätten die Antragsteller hier auch einfach die vorgeschlagenen Formulierungen aus der Dokumentenvorlage übernommen. Bei den erhofften Nutzen der Versuche hingegen wurde in den Anträgen erheblich übertrieben, so das Ergebnis der Studie.

Nachbesserungen eingefordert
Aufgrund der fehlenden Transparenz bei den Tierversuchsvorhaben fordert der Deutsche Tierschutzbund beim zuständigen Bundesinstitut für Risikobewertung Nachbesserungen ein. Auch von den Genehmigungsbehörden werden Nachbesserungen verlangt. Die EU-Kommission hat ihre Mitgliedstaaten bereits auf die Studie hingewiesen, so der Deutsche Tierschutzbund.

Die Studie des Deutschen Tierschutzbundes finden Sie im Fachmagazin "ALTEX".

Cookies ermöglichen die Bereitstellung unserer Dienste, mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weiterlesen …