Touristen und das Tierleid

Eselreiten
Eselreiten in Griechenland

Der Deutsche Tierschutzbund ruft Urlauber dazu auf, tierbezogene Attraktionen und Angebote zu meiden. „Im Urlaub sollten Reisende genau hinschauen und vermeintlich harmlose Attraktionen kritisch hinterfragen. Im Zweifel sollte man besser auf Aktivitäten ausweichen, die ohne Tiere auskommen“, erklärt Nina Brakebusch, Fachreferentin für interdisziplinäre Themen beim Deutschen Tierschutzbund. Viele Tiere, die für den Tourismus eingesetzt werden, leiden unter schlechten Haltungsbedingungen, Stress und Ausbeutung – oft verborgen vor den Augen der Urlauber. „Wer solche Angebote nutzt, nimmt Tierleid in Kauf und trägt bewusst oder unbewusst dazu bei, dass diese Praktiken fortbestehen“, warnt sie.

Ein hoher Preis für die Tiere

Kutschfahrt
Kutschfahrt für Touristen

Fotos mit exotischen Tieren werden z. B. vielen Urlaubern als besondere Erinnerung verkauft. Doch was harmlos und niedlich erscheint, bedeutet für Affen, Papageien und Co. häufig erheblichen Stress durch den täglich mehrstündigen und engen Kontakt zu fremden Menschen. Oft stammen diese Tiere aus der Wildnis oder wurden bereits als Jungtiere ihren Familienverbänden entrissen. So werden z. B. bei Affen dabei nicht selten die Muttertiere getötet; Löwen- und Tigerjunge werden häufig früh von ihren Müttern getrennt, um Touristen als Fotomotiv oder Streichelattraktion zu dienen. Wachsen die Tiere heran, landen viele in sogenannten „Canned-Hunting“-Anlagen, wo sie für zahlende Jagdtouristen zum Abschuss freigegeben werden. Ausgewachsene Tiger werden hingegen für vermeintlich imposante Fotos mit Touristen vorab mit Betäubungsmitteln sediert.

Pferde, Esel und Kamele werden häufig für so genannte traditionelle Reitangebote oder Kutschfahrten ausgebeutet. Viele der Tiere müssen bei hohen Temperaturen stundenlang Touristen transportieren, ohne dass für ausreichend Pausen, Wasser und Futter gesorgt ist. Auch eine medizinische Versorgung ist meist nicht vorgesehen. Ungeeignete Sättel und Geschirre können schmerzhafte Druck- und Scheuerstellen verursachen, zu schwere Reiter belasten den Rücken von Eseln und Pferden. Besonders tierschutzwidrig ist das Elefantenreiten. Elefanten sind Wildtiere und können nur durch grausame Trainingsmethoden gefügig gemacht werden, damit sie Menschen auf ihrem Rücken dulden.

Fragwürdige touristische Traditionen

Stierkampf
Stierkampf in Tijuana

Tierkämpfe, die oftmals schon seit Jahrhunderten praktiziert werden, gehen genauso lange auch schon mit großem Leid für die Tiere einher und enden für diese häufig tödlich. Bei Stierkämpfen in Frankreich, Spanien, Portugal, Mexiko oder Brasilien erfahren die Stiere in der Arena starke Verletzungen und werden am Ende getötet. Ein weiterer grausamer Brauch ist die Stierhatz, bei der Stiere von Reitern durch enge und abgesperrte Straßen eines Dorfes getrieben werden, z. B. in Pamplona.

Besuchen Sie derlei Veranstaltungen nicht, auch wenn sie vor Ort als Kulturgut oder Tradition empfohlen werden! Je weniger Besucher, desto besser für die Tiere. Wenn Sie Tierfotos, Kutschfahrten oder Streichelangebote boykottieren, tragen Sie dazu bei, dass diese Angebote weniger gefragt sind – und weniger Tiere gequält werden.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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