Sauenhaltung im Kastenstand

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Aus Tierschutzgründen muss die Sauenhaltung im Kastenstand schnellstens abgeschafft werden. Einen Vorstoß macht die Landesregierung Niedersachsen, die eine Änderung der Tierschutznutzungsverordnung vorbereitet.

Am 4. September entscheidet der Agrarausschuss des Bundestages über die Zukunft der Sauenhaltung in Deutschland. Der Deutsche Tierschutzbund plädiert zu diesem Anlass für die schon lange geforderte Abschaffung der Kastenstandhaltung. Eine Initiative der Landesregierung Niedersachsen, die eine Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung inklusive der Einschränkung der Kastenstandhaltung vorbereitet, begrüßt der Verband. Gleichzeitig kritisiert er, dass die Verordnung zunächst seit langem bestehende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz legalisiert. „Wir freuen uns, dass sich auf politischer Ebene etwas bewegt, auch wenn der Anlass eigentlich beschämend ist. Jetzt muss das Ziel der Ausstieg aus der tierschutzwidrigen Kastenstandhaltung sein - im Deck- und im Abferkelbereich“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir appellieren an den Agrarausschuss, jetzt sofort die richtigen Weichen für den Ausstieg zu stellen.“

Fixierungszeiten zu lang
Hinsichtlich der Fixierungsdauer geht der Antrag dem Deutschen Tierschutzbund ebenfalls nicht weit genug: Eine Fixierung von drei bis maximal fünf Tagen während der Rausche – der Zeit, in der die Sau trächtig werden kann - wäre aus Tierschutzsicht für die Besamung hinnehmbar, nicht aber die angedachten fünf bis acht Tage. Im vorliegenden Antrag vermisst der Deutsche Tierschutzbund zudem weitere Konkretisierungen, wie die Haltung der Sauen im Deckbereich verbessert werden kann: Details zur Buchtengestaltung fehlen ebenso wie Vorgaben hinsichtlich Platzangebot und Beschäftigungsmöglichkeiten. Für den Abferkelbereich braucht es aus Sicht des Verbandes ebenfalls konkrete Verbesserungsvorschläge, die u.a. ein Fixierungsverbot beinhalten, anstatt vager Absichtserklärungen.

Kastenstandhaltung verstößt gegen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung
Das sogenannte „Magdeburger Urteil“ und dessen Bestätigung durch das Bundesverwaltungsgericht im November 2016 hatten klargestellt, dass die gängige Kastenstandhaltung von Sauen im Deckzentrum gegen die Mindestanforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verstößt. Eigentlich müssten die Vollzugsbehörden gegen jeden Betrieb, in dem Sauen derart tierschutzwidrig gehalten werden, vorgehen. Um das zu verhindern soll nun die bestehende Verordnung geändert und so die tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen legalisiert werden. Angesichts des Staatsziels Tierschutz sollte eine solche Vorgehensweise eigentlich nicht möglich sein.

Hilfe für Landwirte gefordert
Dass der vorliegende Antrag auch noch eine Übergangsfrist von zehn bzw. 12 oder gar 15 Jahren für bestehende rechtswidrige Kastenstände vorsieht, ist für den Deutschen Tierschutzbund nicht nachvollziehbar. „Jetzt muss wenigstens die Chance ergriffen werden, schnell wieder zu einem tiergerechteren Umgang mit den Sauen zurückzufinden“, sagt Schröder. „Für den erforderlichen Umbau der Haltungssysteme fordern wir deutlich kürzere Übergangsfristen und eine entsprechende Förderung, die diese Investitionen für die Landwirte ermöglicht. Dabei sollte die Förderung umso höher ausfallen, je schneller die Landwirte etwas ändern.“

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