Deutsche Zoos: Viele Jungtiere sterben

Jährlich versterben in deutschen Zoos zahlreiche Eisbärbabys – erst kürzlich im Gelsenkirchener und Berliner Zoo. Schuld ist das Missmanagement der Betreiber in Sachen Tierzucht.

Im Gelsenkirchener Zoo sind im Dezember laut Medienberichten zwei von drei geborenen Eisbärbabys gestorben. Im Januar hat erneut ein Eisbärbaby nicht überlebt – diesmal im Berliner Tierpark. Marius Tünte, Pressesprecher beim Deutschen Tierschutzbund e.V., beklagt die hohe Sterblichkeitsrate bei Eisbärjungen und anderen Tierbabys: "Wie viele Jungtiere müssen noch sterben, bis die Zoos erkennen, dass diese Zucht ein Irrweg ist? Die Hoffnung der Zoodirektoren auf einen neuen Publikumsliebling ist scheinbar riesig und die Eurozeichen in den Augen versperren den Blick auf die bittere Realität."

Hohe Sterblichkeitsrate bei Tierbabys
Laut Aussage des Deutschen Tierschutzbundes haben seit 2015 fast 60 Prozent der geborenen Jungtiere nicht überlebt. „Zwar ist es normal, dass Jungtiere auch in der Natur zeitnah nach der Geburt versterben können, die vielen Todesfälle in deutschen Zoos belegen jedoch das Missmanagement in Sachen Eisbärzucht. Eigentlich müsste man erwarten können, dass die Überlebensquote bei menschlicher Betreuung höher wäre, sagt Tünte. Dies sei jedoch nicht der Fall - obwohl wesentliche Einflussfaktoren, wie Wetter, Nahrungsmangel und Krankheiten, im Zoo minimiert würden. „Die Todesrate von Eisbärenjungen in Zoos ist sogar höher als in freier Wildbahn. Hier versagen die Zoos komplett, die Eisbärzucht ist ein Irrweg.“

Inzucht fördert Sterblichkeit
Der Deutsche Tierschutzbund  beklagt außrdem, dass die Zuchtprogramme der Zoos auf einen kleinen Genpool zurückgreifen und damit zwangsläufig die Inzucht fördern. Diese kann unter anderem Erbkrankheiten und eine erhöhte Jungtiersterblichkeit steigern. Zoos sollten daher unbedingt ihre Zuchtprogramme überdenken – auch im Hinblick darauf, dass Eisbären nicht ausgewildert werden können, um ihre Art zu erhalten. Außerdem können in Gefangenschaft noch nicht einmal die Grundbedürfnisse dieser Tiere erfüllt werden.

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